Saufverbot oder Disco-Hilfe-Dienst
Warum von 22 - 1 Uhr und nicht von 1 - 6 Uhr Nachts, wo man eigentlich auf seine Nachtruhe wert legt?
Die Antwort ist so einfach wie unverschämt!
Zwischen 21 Uhr und 24 Uhr entscheidet ihr euch in welche Disco ihr heute Nacht geht. Diese 3 Stunden sind die wichtigsten der Nacht, denn wo mal Eintritt gezahlt wurde bleibt man auch die ganze Nacht. Zwischen 22 und 24 Uhr werden mit Eintrittsgeldern die Kassen der Clubs wie z.B. MegArena (Ballermann 5), Paradies Beach (Ballermann 6) und Riu Palace (Ballermann 7) gefüllt. Alle drei Clubs gehören der Grupo Cursach Ocio. Komischerweise beginnt die Saufverbotszone vor dem RIU Palace an der Bierstrasse vorbei am Paradies Beach und endet hinter dem Megapark, kurz vor dem Pabisa Beach Club. Die Disco Oberbayern, verlangt keinen Eintritt, hier gilt seit Jahren ein Mindestverzehr von € 5,-.
Nun kommt die Polizei, scheucht euch zwischen 22 und 1 Uhr von der Mauer und macht somit einen von Steuerzahlern finanzierten "Disco-Hilfe-Dienst" auf. Würde es hier tatsächlich um die Anwohner und die Playa de Palma gehen und nicht darum die Grupo Cursach Ocio noch fetter zu machen, hätte man sicher eine andere Uhrzeit gewählt. Die Eintrittspreise wurden gleich nach dem Saufverbot in MegArena, Riu Palace und Paradies Beach angehoben. Im Riu Palace zahlte man gestern Abend € 20,- Eintritt und bekam 2 Longdrinks gratis dazu. Vor dem Saufverbot zahlte man noch 15 € und bekam 3 Longdrinks!
Es wäre eine tolle Idee, nur leider brotlos, würde man nachts ein Saufverbot und Lärmverbot sowohl an der Promenade als auch auf den Straßen verhängen. Dann würde man endlich mal was für die Anwohner tun und nicht nur seinen guten Freunden helfen! Würde man sich tatsächlich an die Worte von Alvaro Gijon halten "Trinkgelage seien mit der Art von Qualitätstourismus auf Mallorca, der an der Playa de Palma angestrebt sei, nicht vereinbar" Die damit angesprochenen Touristen, die auf Qualitätstourismus stehen, sind aber zwischen 22 und 1 Uhr überhaupt nicht an der Playa unterwegs, sondern eher tagsüber. Um diese "Qualitätsstory" zu verkaufen, wäre ein Saufverbot zwischen 10 und 22 Uhr zielführend, jedoch nicht das aktuelle. Wie man es auch dreht und wendet man kann nur zu einem Schluss kommen. Die Politik versteckt sich hinter "Sozial Geplapper" und schmiert einem Parteifreund dick die Butter auf Brot!
Das Saufverbot hilft weder der Playa de Palma noch den Anwohner, es hilft nur einem reichen Menschen noch viel reicher zu werden! Das ist soziale Ungerechtigkeit par excellence, die darüber hinaus noch von Politikern unterstützt wird.