Das Theater mit dem Casino
Erst im vergangenen Herbst wurde die Lizenz für ein neues Casino auf Mallorca vergeben. Der Standort und der eher unbekannte Betreiber ließen aufhorchen. Ein kleiner Unternehmer setzte sich mit seiner Idee durch, er wolle das Casino im alten Bingo-Saal in der historischen Altstadt von Palma bauen und betreiben. Die Mallorca Zeitung überschlug sich förmlich und druckte gleich einen Artikel, da endlich die auf Mallorca übliche Korruption um solche Vergaben keinen Einfluss gehabt haben soll.
Wie Anfang der Woche bekannt wurde, ging bei der Vergabe dennoch einiges nicht mit rechten Dingen zu. Da der Bau im historischen Stadtkern realisiert werden sollte, müssen auch die strikten Bauvorschriften eingehalten werden. Diese erlauben höchsten 300 m² Ladenfläche, das Casino war aber auf 1500 m² geplant. Ebenso sehen die Vorschriften pro 10 Kunden mindestens einen Parkplatz vor, doch das geplante Casino hatte nicht einen einzigen eigenen Parkplatz.
Wie man in diesem Fall von einer gelungenen und von Korruption bzw. Vetternwirtschaft unbeeinflussten Vergabe reden kann, weiß nur die Mallorca Zeitung. Es wurde nun von behördlicher Seite Anzeige eingereicht und die Vergabe des Standortes im „Bingo Teatro“ wurde annulliert. Ein Stadtrat sagt „Das Casino wird sicher nicht im Bingo Teatro entstehen!“
Die anderen Standorte des Casinos waren das Schloß Bendinat (zwischen Palma und Santa Ponsa) oder eben die Playa de Palma, die nun wieder als der Favorit gilt.
Bis zur offiziellen Vergabe im vergangenen Herbst, war die Lösung an der Playa schon einmal der Favorit. Denn in diesem Zuge sollten auch gleich zwei neue Hotels am Ballermann entstehen, ein 5 Sterne Haus inklusiv Casino und ein 4,5 Sterne Haus mit Restaurantboulevard hinter dem Megapark. Doch seit Oktober stehen die Bagger hinter dem Megapark still, denn solange der Fall „Casino Mallorca“ nicht 100% geklärt ist, wird die Hipotel Gruppe keines der beiden Hotels bauen. Die laut Insidern 2 Mio. Euro für die Baugenehmigungen der beiden Hotels rechnen sich nur dann, wenn im 5 Sterne Hotel auch ein Casino betrieben werden kann. Für den Umschwung bzw. die Umstrukturierung der Playa de Palma wären diese Bauvorhaben wie ein Startschuss.
Doch auch hier sind die Lager gespalten. Während eine Fraktion denkt wie Mickie Krause: „Was, ein Casino? So ein Schwachsinn! Ganz ehrlich, ich bin noch nie auf Malle gesessen und habe mir gedacht `Wie geil wäre es jetzt ins Casino gehen zu können`! Ich halte das für keine gute Idee“, ist die andere Fraktion eher auf Seiten von P. Berghoff aus dem Deutschen Ärztezentrum: „Sehr gut! Genau die Richtung in die es gehen muss. Eine Attraktion die auch im Winter für mehr Gäste sorgen wird.“
Schicker Nebeneffekt des Casinos an der Playa de Palma wäre die Bebauung des letzten Nuttenwäldchens hinter dem Pabisa Beach Club. Doch wann und wo letztendlich gebaut wird, steht aktuell noch in den Sternen bzw. in Kasperles Witzebuch!