Sa Dragonera

Sa Dragonera

Die nur 2,88 km² große Insel hat eine Länge von 4,2 km und eine Breite von nur 900 Metern. Man kann sogar eine maximale Höhe von 353 Metern messen. Diese unbewohnte Felseninsel befindet sich vor der äußersten Westspitze Mallorcas. Getrennt werden sie einzig und allein durch den 780 Meter breiten Canal des Freu.

Nur wenig Vegetation schmückt Sa Dragonera. Lediglich vom Naturhafen aus zieht sich ein kleines Tal in das Innere der Insel und lässt mit dem darin angesammelten Wasser den Anbau von landwirtschaftlich genutzten Terrassen zu. Ansonsten wachsen an den steilen Felsenhängen Flechten, die früher als Textilfarbe genutzt wurden, welche sehr begehrt war. Dennoch brachten sich die Einheimischen bei der Ernte dieser Pflanze in Lebensgefahr. Es wurde sogar ein schmaler Weg angelegt, der sich heute durch die Insel schlängelt.

Erblickt man die Dracheninsel im Längsschnitt, kann man wirklich einen Drachen erkennen. Im Querschnitt dagegen entdeckt man die Form eines fast rechtwinkligen Dreiecks. Die dem Mittelmeer zugewandte Seite ist sehr steil mit schroffen und gerade abfallenden Hängen, während die Seite, die in Richtung Mallorca zeigt zwar steil, aber dennoch begehbar ist.

Betrachtet man die Flora der kleinen mallorquinischen Insel, so findet man einige endemische Arten, die nur hier vorkommen, wie zum Beispiel die Dragonera-Eidechse. Ansonsten entdeckt man hier nur noch Weißkopf- oder Mittelmeermöwen, Rotkehlchen und Samtkopfgrasmücken, was nicht etwa ein Insekt, sondern ein Singvogel ist.

Auch Sa Dragonera kann auf ihre eigene Geschichte zurückblicken. Vor allem für Piraten und Räuber bot die Insel einen guten Unterschlupf. In einer Höhle gab es 40 Meter unterhalb des Eingangs einen unterirdischen See, wo sich die Seeräuber mit Trinkwasser versorgen konnten. Als man dies erkannte, verschloss man die Höhle mit einem großen Felsbrocken.

Außerdem erbaute man im 18. Jahrhundert zwei Wachtürme und ein Lustschlösschen auf der obersten Spitze der Felseninsel. Dadurch konnte man die Seeräuber abschrecken. Der Weg bis zu diesem Schloss existiert auch heute noch und ist für Besucher zugänglich. Bis 1910 gab es keine Einflüsse auf die Insel. Vögel und Reptilien siedelten sich an. Dann wurden die beiden Leuchttürme wieder in Betrieb genommen und seit 1941 gibt es in dem Tal von Cala Lladó eine kleine Landwirtschaft.

In den 70er Jahren war dann die Tourismusbranche stark an der Insel interessiert. So kam es, dass ein Bankenkonsortium die Insel kaufte und viele Pläne für einen Anziehungspunkt für Touristen machte. Es sollten Feriendörfer entstehen, ein Yachthafen, Hubschrauberlandeplätze und ein Kasino. Dies wurde sogar genehmigt, doch zum Glück setzten sich Naturschützer für Sa Dragonera ein. Nun gehört die Dracheninsel dem Inselrat und gilt als Naturschutzgebiet.

Als Urlauber kann man geführte Touren durch die Insel in Anspruch nehmen oder Sa Dragonera auf eigene Faust erkunden. Allerdings sollte man genügend Trinkwasser bei sich haben und auch sonstige Verpflegung ist selbst zu organisieren.

 

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