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Tolo Cursach bittet um Öffnung des BCM

Tolo Cursach bittet um Öffnung des BCM

Der Cursach Skandal entwickelt sich nach und nach zu einem der größten Kriminalfälle der Insel in den letzten Jahrzehnten. Immer mehr Details und Zeugenaussagen werden an die Presse weitergeleitet.

In den letzten Tagen wurde berichtet, dass ein Mord an einem Zeugen, der gegen Tolo Cursach aussagen wollte, geplant war. Laut den Berichten des Diario de Mallorca seien dafür zwei Rumänen eingeflogen worden, diese sollten den Zeugen „beseitigen“ und es wie Selbstmord aussehen lassen. Stoff wie aus einem schlechten Hollywood Streifen. Einer der Rumänen hat dies bereits in seiner Aussage bestätigt, will jedoch keinerlei Details preisgeben. Er habe Angst um seine in Rumänien lebende Mutter.

Dieser Zeuge hat vor Gericht ausgesagt und dabei mehrere Polizeibeamte sowie Betreiber der Disco Tito´s schwerbelastet. Es geht dabei um Drogenhandel und Prostitution bei dem auch mehrere Polizisten halfen. Der Zeuge behauptet VIP Gäste der Disco Tito´s wären direkt im Büro des Direktors mit Kokain versorgt worden. Dieses Koks stamme laut dem Zeugen von besagten Polizisten, welche das Pulver zuvor bei Razzien sichergestellt und unterschlagen hatten. Dafür erhielten die Polizisten in der Regel kostenlosen Sex mit den Tänzerinnen des Tito´s, sagte der Zeuge.

Der in der letzten Woche verhaftete Jaime Nadal Mir ist mittlerweile wieder auf freiem Fuss und hat seinerseits Anzeige gegen den Bürgermeister von Calvia gestellt.

In der Zwischenzeit bat Tolo Cursach das Gericht in Palma, doch bitte die Disco BCM zu öffnen, da ca. 125 Arbeiter bezahlt werden müssten. Man würde durch die Schließung täglich ca. € 37.000 verlieren und dem Image von Magaluf würde die Schließung des BCM ebenfalls schaden.

Dies von einem Mann zu hören, der in den letzten Jahrzehnten laut Richter Penalva mehrere hundert Millionen Euro Schwarzgeld erwirtschaftet hat, grenzt schon fast an Realitätsverlust. Laut dem Gericht soll die Grupo Cursach im Sommer pro Monat ca. € 5 Mio. am Fiskus vorbei geschafft haben. Nun ist der inhaftierte Firmenherrscher offenbar überfordert pro Monat ca. € 1 Mio. Kosten für das BCM zu tragen und will eine provisorische Öffnung der Disco BCM erreichen, um seine Ausgaben zu decken.

Die Disco BCM wird allerdings seit 1989 ohne wirkliche Lizenz betrieben und die Umbauten wurden zu keiner Zeit von den Behörden abgenommen bzw. erlaubt. Man erreichte dies nur durch Bestechung und Korruption der Behörden in Calvia. Die Öffnung einer Disco ohne bauliche Genehmigungen durch den Richter Penalva, wäre sogar für Mallorca-Verhältnisse eine große Überraschung. Obwohl man hier täglich Pferde kotzen sieht, ist die Öffnung doch eher als utopisch einzustufen.  

Einer Öffnung wird der Richter auch deshalb nicht zustimmen, weil Tolo Cursach in weiteren Fällen von Erpressung und Entführung von Zeugen beschuldigt wird. Der Richter nennt die Grupo Cursach explizit eine „kriminelle Organisation“.

Bisher handelt es sich im Cursach Skandal ausschließlich um Betriebe in Palma und Calvia, die Betriebe der Playa de Palma sind noch nicht Bestandteil des großen Cursach Skandals.