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So wenig kommt vom Geld der Urlauber auf Mallorca an

So wenig kommt vom Geld der Urlauber auf Mallorca an

Von 14 Milliarden Euro pro Saison an Einnahmen wird im TV berichtet. Diese Summe würde Mallorca mit dem Tourismus umsetzen. Astronomisch viel Geld diese 14 Milliarden Euro, die, wenn Sie denn tatsächlich auch auf Mallorca ankämen, sicher einige Probleme lösen würden.

Was viele so gar nicht auf dem Schirm haben ist folgendes:

  1. Deutsche Urlauber buchen über deutsche Reisekonzerne, die meist ihren steuerlichen Sitz in Irland oder einem anderen „günstigen Standort“ haben. Das Geld für die Reise wird somit nicht auf Mallorca versteuert oder einbezahlt, wie viele sicher denken.
  2. Die Fluggesellschaft die euch auf die Insel karrt, ist zu 100% eine Firma die ihren Sitz weder auf Mallorca noch in Spanien hat. Auch hier ist der Sitz meist Deutschland und steuerlich meist Irland. Im Falle der TUI hat man sogar eine eigene Fluggesellschaft. Das Geld für den Flieger kommt also auch nicht auf Mallorca an, sondern nur die entstehenden Flughafengebühren.
  3. Für ein Hotelzimmer bekommt ein Hotelier je nach Kategorie eine Pauschale die sich nach dem Kontingent rechnet, welches der jeweilige Reisekonzern kauft. Je mehr Zimmer ein Reisekonzern einem Hotel für eine Saison abkauft, umso niedriger der Preis. Die meisten Reisekonzerne haben mittlerweile eigene Hotels und können somit anderen Hotels die Preise diktieren. So hat z.B. die TUI insgesamt 51% der RIU Hotels gekauft und kann somit über ein eigenes Kontingent auf Mallorca verfügen. Alleine die Kosten für die Hotelzimmer kommen auch auf Mallorca an.

Die Geldkette einer Urlaubsreise nach Mallorca oder an den Ballermann ist somit folgende:

  1. Der Reisekonzern bzw. das Reisebüro bekommt Provision für die Vermittlung der Reise
  2. Die Unkosten werden an die Reisekonzerne bezahlt
  3. Der Flug wird bezahlt
  4. Das Hotel wird bezahlt

Grob gerechnet kommen von einer € 1500 ,- Pauschalreise auf Mallorca nur knappe € 350,- an, was aus den obengenannten 14 Milliarden Euro mal kurz 4 Milliarden Euro macht. Schon sieht die Zahl nicht mehr so astronomisch aus, sondern eher realistisch.

 

Leider ist es ein Trugschluss, dass Mallorca tatsächlich der Gewinner in der Rechnung sein soll. Gewinner sind Großkonzerne in Steueroasen, die keinen Cent in die Kassen von Mallorca zahlen. Mallorca ist eher der Verlierer in der Rechnung, da man auf diese Großkonzerne leider angewiesen ist, doch steuerlich nichts davon hat.

 

Alleine das Geld welches von den Urlaubern vor Ort ausgegeben wird ist Gewinn für die Insel. Durch die immer mehr werdenden All Inklusive Angebot schrumpft dieser Kuchen aber auch von Jahr zu Jahr.

 

Bevor man also das nächste Mal über die reiche Insel Mallorca und die Gelddruckmaschine Tourismus redet, ist es schlau zu wissen wer damit tatsächlich verdient.